Kochstr. 4/3 -- D-91054 Erlangen
Willkommen im lateinischen Mittelalter

Latein ging nicht mit dem Römischen Reich unter, sondern blieb auch noch in dem Jahrtausend danach das wichtigste Kommunikationsmedium der Literatur und der Wissenschaft im Abendland (Mittellatein). Die vermeintlich «tote Sprache» überlebte sogar das Mittelalter und behauptete sich bis in die Neuzeit hinein (Neulatein). Wir beschäftigen uns mit diesem gewaltigen Erbe und seinen Medien in Form von Handschriften und Drucken. Das Fach Mittellatein und Neulatein ist somit Sprach- und Literaturwissenschaft, aber zugleich auch Medien- und Kulturwissenschaft. Es steht im Zentrum der philologischen und historischen Studien über die westliche Kultur seit etwa 500 n.Chr. und ist stark international und interdisziplinär ausgerichtet.
Unser Erlanger Lehrstuhl ist innerhalb der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, aber auch national und international weit vernetzt: Wir sind beteiligt am IZEMIR (Interdisziplinäres Zentrum für Europäische Mittelalter- und Renaissancestudien) sowie an mehreren Studiengängen, wir bieten Leistungsexporte für andere Fächer wie Buchwissenschaft und Germanistik und wir kooperieren mit Institutionen wie der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris), der Bibliothèque nationale de France oder der Bayerischen Staatsbibliothek München. ERASMUS-Partnerschaften, die unsere Studierenden für Auslandsaufenthalte nutzen, bestehen mit den Universitäten in Rom, Zürich, Brno (Brünn) und Olomouc (Olmütz).
Dank dieser Vernetzung, der engen Verbindung von Lehre und Forschung, einem günstigen Betreuungsverhältnis sowie einer herausragenden Spezialbibliothek bieten wir in Erlangen ideale Bedingungen für ein Bachelor- bzw. Masterstudium und für die Promotion zum Dr. phil.
Aktuelle Ankündigungen
(siehe auch hier)
Die Erlanger Mittellateiner trauern um Prof. Dr. Paul Klopsch (1920-2012),
der am 6. Mai verstarb.
Neuerscheinung: Cecini, Alcoranus latinus
Ulisse Cecini
Alcoranus latinus
Eine spracheliche und kulturwissenschaftliche Analyse der Koranübersetzungen von Robert von Ketton und Marcus von Toledo.
Berlin: LIT Verlag 2012 (Geschichte und Kultur der iberischen Welt 10)
ISBN 978-3-643-11670-3, 29.90€
Die Koranübersetzungen von Robert von Ketton (1143) und Marcus von Toledo (1209-10) sind die ersten vollständigen lateinischen Übersetzungen des heiligen Buchs der Muslime. Die vorleigende Untersuchung, die aus einer Erlanger Dissertation hervorgegangen ist, analysiert Motive und Methoden beider Übersetzungen und enthält einen Vers-für-Vers-Vergleich mit dem arabischen Original, der einen tiefen Blick in die sprachlichen und kutlurellen Herausforderungen ermöglicht, die die mittelalterlichen Übersetzer bewältigen mussten. Somit bietet die Untersuchung einen Beitrag sowohl zur philologischen und historischen Kenntnis der Übersetzungen als auch zur aktuellen Debatte innerhalb der Kulturwissenschaften.
16. Mai 2012, 18 Uhr c.t. bis 20 Uhr
Aula des Schlosses, Erlangen
Prof. Dr. Michele C. Ferrari, Andrea Beck (FAU Erlangen)
Verehrung ohne Kult und Raum - Die heiligen Kopfträger Felix und Regula
(Ringvorlesung „Was ist sakral? Perspektiven des Heiligen“)
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